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27. Mitgliederversammlung

Es ist wieder soweit, die nächste Mitgliederversammlung des Bundesverband der Veterinärmedizinstudierenden Deutschland e.V. rückt immer näher. Wir freuen uns, eine Mitgliederversammlung in Präsenz in Hannover ermöglichen zu können!

Als Student:in der Veterinärmedizin bist du automatisch Mitglied des bvvd und herzlich eingeladen vom 24.11. bis 26.11.23 mit uns an vielen Themen aus der Hochschulpolitik und aktuellen Verbands-Themen mitzuarbeiten. Außerhalb der Sitzungsblöcke bleibt natürlich genug Zeit, sich auszutauschen und Kontakte zu Kommiliton:innen aus ganz Deutschland zu knüpfen.

Für die Teilnahme wird eine kleine Kostenbeteiligung von 30 Euro pro Person erhoben. Dafür sind Anreise, Verpflegung und Übernachtung inklusive! Übernachten können alle Teilnehmenden in Räumlichkeiten der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Dafür werden Schlafsachen wie Luftmatratze und Schlafsack benötigt – wir helfen euch aber gerne aus, wenn ihr diese nicht besitzen solltet! Genauere Informationen folgen nach Anmeldung. Studierende im ersten Semester dürfen wie in jedem Jahr kostenlos an der Mitgliederversammlung teilnehmen. Die Anreise wird von den MECs der jeweiligen Standorte organisiert und die Kosten dieser gemeinschaftlichen Anreise werden übernommen. Wir können leider nicht für eine eigenorganisierte Anreise aufkommen. Natürlich ist nur ein begrenztes Kontingent an Teilnahme-Plätzen verfügbar. Deshalb vergeben wir die Plätze innerhalb der Standorte nach zeitlichem Eingang der Anmeldung. Also seid schnell!

Anmeldeschluss für die Mitgliederversammlung ist der 03.11.2023. Dann erfährst du auch, ob wir dir einen Platz für die Mitgliederversammlung anbieten können und erhältst Informationen zur Zahlung des Kostenbeitrags.

 

Bewirb Dich und werde Teil des Teams!

Du möchtest über den Tellerrand hinausschauen? Und neben Vorlesungen, Klausuren und Prüfungsstress eine andere Seite der Tiermedizin erleben?
Dann bist du bei uns genau richtig! Der bvvd bietet viele Möglichkeiten sich an deutschlandweiten Projekten zu engagieren und die Entwicklung der Tiermedizinischen Ausbildung nachhaltig zu beeinflussen. Bei unserer Mitgliederversammlung im Winter werden die Delegierten der Fachschaften als MECs neu bestätigt und das Präsidium neu gewählt. Die Ausschreibung dazu findest du hier. Außerdem suchen wir immer nach Interessierten für unsere AGs! Für weitere Infos melde dich gerne direkt bei dem:der aktuellen AG-Leiter:in der AG, dem Präsidium oder dem:der entsprechenden MEC. Die Kontaktdaten findest du bei „Über uns“. Bewerbungsschuss für die zu vergebenden Posten im Vorstand ist der 17.11.2023. Auch eine Initiativbewerbung auf der Mitgliederversammlung ist möglich. 
Wir würden uns freuen, Dich als aktives Mitglied begrüßen zu dürfen!

Anmeldung

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Kategorie: Berufsfelderkundung

Interview mit Annette Klaus – Editorin am Springer Verlag

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Transkription

Mascha: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich finde es richtig cool, dass wir jetzt auch
deinen Job vorstellen können. Ich freue mich total, dass wir uns auch wieder sehen können online.

Annette: Ja, ebenso. Danke auch für die Einladung. Finde ich eine super Initiative.

Mascha: Vielleicht kannst du dich einfach ganz kurz selber vorstellen. Wo du gerade bist. Von wo du
sprichst.

Annette: Ich bin Annette Klaus. Ich sitze gerade in Heidelberg. Hier ist auch mein Büro, von wo aus ich
arbeite. Ich arbeite für den Springer Verlag, welcher insgesamt zu Springer Nature gehört. Die sind
2016 zusammen geschmolzen.

Mascha: Und du bist auch Tierärztin. Wir haben beide haben uns auch auf einem Kongress für
Tierärzt:innen kennen gelernt. Wann hast du denn studiert und warum hast du es überhaupt
angefangen?

Annette: Ich habe von 2006 – 2012 studiert. Ist also schon eine Weile her. An der Tierärztlichen
Hochschule in Hannover und vorher habe ich 1 Jahr Medienwissenschaften studiert. Da klingt es
vielleicht schon ein bisschen durch. Mich hat schon immer beides gereizt. Journalismus und
Wissenschaft mit Tieren oder Wildtieren. Bei den Medienwissenschaften hat mir letztendlich das
Inhaltliche gefehlt, also das Naturwissenschaftliche und deshalb habe ich mich für das
Tiermedizinstudium entschieden.

Mascha: Hast du dir explizit Hannover ausgesucht oder war das eher ein bisschen Zufall, dass du dort
hingekommen bist?

Annette: Gute Frage. Die Studienplatzvergabe ist ja jetzt anders. Ich hatte das Glück über den NC
reinzukommen. Deshalb war das für mich nicht so schwierig und ich musste nicht warten. Hannover
war es damals, weil es nicht ganz so weit von der Heimat entfernt gewesen ist. Ich komme nämlich
aus NRW. Unterm Strich war dann Hannover attraktiver.

Mascha: Würdest du sagen du warst mit deiner Entscheidung zufrieden? Sowohl den Standort
betreffend als auch das Studium an sich? Hat sich die Idee, mit der du ins Studium reingegangen bist
verändert oder ist es relativ gleich geblieben?

Annette: Ich habe ja nicht so arg den Standortvergleich. Ich bin auf alle Fälle zufrieden mit dem, was
ich gemacht habe. Ich finde das Praktische hätte einen größeren Schwerpunkt haben können im
Studium. Ich weiß nicht, inwiefern die Standorte unterschiedlich hinsichtlich dessen sind.
Ich wollte eigentlich immer etwas im Bereich Wildtiermedizin oder Exotenmedizin machen. Und das
hat sich während des Studiums auch nicht stark verändert. Ich wollte immer ein Forschungsprojekt
oder etwas ähnliches in dem Bereich machen und davon berichten, erfahren und lernen. Das Studium
hat mir aber zusätzliche Bereiche eröffnet, an die ich vorher noch nicht gedacht hatte. Also bin ich
nicht komplett umgeschwenkt. Aber z.B. Versuchstierkunde hatte ich vorher gar nicht auf dem Radar.
Oder auch die Industrie. Und da gab es ein paar Möglichkeiten oder Wahlpflichten, sodass sich der
Blick erweitern konnte.

Mascha: Und nach dem Studium – was waren deine ersten Ideen oder Gedanken, wo es hingeht. Du
hast es ja schon ein wenig angesprochen. Es haben sich am Ende des Studiums für dich noch mehr
Optionen ergeben bzw. eröffnet. Was hast du denn dann tatsächlich erstmal angefangen?

Annette: Zu meinen ersten Schritten: ich habe das alles parallel organisiert. Als ich also wirklich fertig
war mit dem Studium wusste ich schon, was ich machen werde. Ich habe mir die Doktorarbeit im
Praktischen Jahr schon organisiert. Sprich Kontakte geknüpft und Optionen eruiert. Sodass ich mit
dem Abschluss nicht planlos war, sondern sofort starten konnte. Das war aufwendig, aber hat sich
gelohnt, damit es nahtlos übergehen konnte.

Mascha: Und deine Doktorarbeit – was war dein Thema und warum hast du dich überhaupt für eine
Doktorarbeit entschieden? Gab es bestimmte Kriterien warum du dich für und gegen was andere
entschieden hast?

Annette: Das Thema der Doktorarbeit war im Bereich der Wildtiermedizin in Verbindung mit der
Zoologie und Parasitologie. Ich habe ganz klassisch online gesucht, Leute gefragt… im Prinzip hatte
mich eine Kommilitonin auf das Institut gebracht, weil sie dort mal eine Wahlpflicht gemacht hat.
Dadurch wusste ich, dass das Institut Auslandskontakte hat. Damals war es Madagaskar. Ich habe
dann Kontakt aufgenommen und im Gespräch erfahren, dass sie diverse Forschungsschwerpunkte
haben und ich konnte mir im Enddefekt aussuchen was ich machen wollte.
Zu der Frage bezüglich PhD vs. Doktor. An der TiHo, soweit ich weiß, gab es damals nur drei PhD
Programme, die mich aber inhaltlich nicht so gepackt haben. Das war nicht unbedingt das, was mich
interessiert hat. Im Enddefekt vom Aufwand her – ich habe meine Doktorarbeit mit 2 Publikationen
abgeschlossen. Vom Arbeitsaufwand wäre das wahrscheinlich auch ein PhD gewesen, aber das weiß
man vorher nicht. Aber es gab bestimmte Rahmenbedingen usw.. Ich hatte zu Beginn meiner
Doktorarbeit erstmal eine Auslandsphase. Also habe mich um ein Stipendium gekümmert, war im
Feld Proben sammeln und das hat dann einfach nicht gepasst mit einem PhD. So war ich mit der
Doktorarbeit flexibler.

Mascha: Du hast jetzt den Auslandsaufenthalt angesprochen. Wie genau sah das dort aus? Was für
einen Zeitumfang kann man sich vorstellen?

Annette: Ich war in Malaysia auf Borneo. Insgesamt waren das 5-6 Monate. Komplett im Feld. Das
Gute war, dass die Kooperation zwischen dem Institut und der Einrichtung vor Ort schon bestand. Das
ist natürlich hilfreich, wenn bereits Strukturen und Erfahrungen bestehen. Wenn man auch mit
jemandem sprechen kann, der schonmal dort gewesen ist. Z.B. andere Doktoranden. Im Prinzip habe
ich dort in einem Camp gelebt, was schon fast luxuriös in einem Wald war. Luxuriös in der Hinsicht,
dass es ein Haus gab und Wasser, aber nur kaltes. Es gab ein paar Stunden am Tag Strom über einen
Generator. Es war super spannend, weil die Biodiversität dort riesig ist, verschiedene Projekte laufen
und man gute Einblicke bekomme kann. Die Kooperation bestand bereits und so konnte ich in ein
laufendes Projekt mit einsteigen und mitformen. Ich habe an Nasenaffen gearbeitet und Kotproben
von denen gesammelt, sowie versucht die Tiere im Wald zu finden mit einer Kollegin zusammen.

Mascha: Und die Kollegin war eine von vor Ort oder vom deutschen Institut, die mitgekommen war?

Annette: Die war schon in der Zoologie beschäftigt. Eine Biologin – eine gute Freundin von mir. Sie
war schon integriert, das war toll. Denn als ich mich vorgestellt habe im Institut, konnte ich mit ihr
sprechen und von ihr erfahren wie es vor Ort ist, weil sie schonmal dort gewesen war.

Mascha: Das ist ja tatsächlich interdisziplinär gewesen. Was waren für dich die Aha-Momente oder
vielleicht Überraschungen? Wie ist dir diese interdisziplinäre Arbeit aufgefallen?

Annette: Ich finde wir haben uns super ergänzt. Jeder bringt Wissen und Erfahrungen mit. Interessant
war auch zu erfahren was andere Biologen, also ihre Kolleg:innen, machen und in welchen Bereichen
sie arbeiten. Ich habe es als sehr bereichernd empfunden. Sich auch nicht nur im Bereich der
Tiermedizin zu unterhalten, anderen Input zu bekommen und andere Sichtweisen kennen zu lernen.
Sie hat eben andere Dinge beleuchtet als ich. Ich habe mehr das Tiermedizinische und
Parasitologische untersucht. Und sie mehr Vokalisation oder Verhalten. So ist es auch möglich aus
einem einzelnen Projekt verschiedene Aspekte herauszuziehen und zu untersuchen, obwohl man die
gleichen Tiere beobachtet.

Mascha: Wenn du jetzt einen Studenten oder Studentin vor dir hättest, die auch ganz am Anfang mit
ihren Ideen stehen und Plänen stehen – was wären jetzt mit deinen persönlichen Erfahrungen Tipps
und Hinweise wie man aus diesem Sammelsurium an Optionen das findet was zumindest am Anfang
zu einem passt. Gibt es da Fragen, die man sich am besten stellen kann oder Herangehensweisen, die
du empfehlen würdest?

Annette: Generell bin ich persönlich immer gut damit gefahren das zu verfolgen, was mir Spaß macht,
was mich interessiert. Ich würde mir überlegen was hat mir im Studium besonders gut gefallen hat,
welche Wahlpflicht oder welches Team. Wer hat den Kurs ganz toll gemacht oder wo habe ich wirklich
was gelernt oder wo durfte ich was machen? Also man sollte sich überlegen, was das Potenzial hat,
dass man etwas lernt was einen interessiert. Welche Vorlesungen fand ich spannend oder mit
welcher Person könnte ich mir vorstellen zusammen zu arbeiten? Und auch einfach mal
nachzufragen. Wenn man sich für eine Sache entscheidet, dann ist das ja nicht in Stein gemeißelt.
Man wird ja nicht die nächsten 40 Jahre das gleiche machen. Also vielleicht einfach irgendwo mal
starten. Aber auch Formale Sachen sollte man überlegen: Finanzierung sollte man hinterfragen. Wie
kann das organisiert werden? Muss ich mich selber darum kümmern? Für wie lange besteht die
Finanzierung? Aber ganz ganz wichtig ist, denke ich, mit welchen Menschen kann ich gut
zusammenarbeiten?

Mascha: Nachdem du die Doktorarbeit abgeschlossen hast, bist du dann am Zoologie Institut
geblieben? Was kam denn danach?

Annette: Ich hatte dort eine Stelle am Institut. Das ist vielleicht auch interessant. Wenn man das
kombinieren kann: Doktorarbeit und Anstellung. Ich habe dort dann Lehre mitgemacht, Vorlesung
gehalten und mich um die Tiere im Institut gekümmert. Ganz klassisch lief die Stelle irgendwann aus
und ich musste schauen, wo ich dann bleibe. Meine Doktorarbeit war zu dem Zeitpunkt noch nicht
beendet. Und dann habe ich mich nach offenen Stellen umgeschaut. Im Tierärzteblatt, auf
Jobplattformen, online. Auch speziell zu Wildtierbereich. Dabei bin dann auf den Springerverlag
gestoßen. Es ging relativ nahtlos ineinander über von Doktorarbeit zum Springerverlag.

Mascha: Auf welcher Platform hast du dann die Stelle beim Springerverlag gefunden?

Annette: Ich glaube es war tatsächlich ganz klassisch stepstone oder monster. Ich meine sogar mein
Freund hat mir die Stelle gezeigt, weil er mir bei der Suche geholfen hat.

Mascha: War für die Stelle explizit eine Tiermedizinerin gefragt?

Annette: Ja, tatsächlich. Weil wir für unsere Stellen, die Editoren, i.d.R. Fachkräfte haben. Für das
Buchprogramm in der Tiermedizin wurde extra eine Tiermediziner:in gesucht. Gerne auch mit
Publikationserfahrung, also eigener wissenschaftlicher Arbeit.

Mascha: Kannst du nochmal kurz zusammenfassen was du eigentlich beim Springerverlag tust als
Tierärztin?

Annette: Also meine Jobbezeichnung ist Editorin und ich betreue das englischsprachige
Buchprogramm komplett für die Tiermedizin und die Parasitologie. Also unser internationales
Programm. Programmbetreuung heißt, ich überblicke was wir haben, was wir brauchen. Wenn
jemand eine Idee hat, sei es ein Professor oder praktizierende Tierärztin, die an uns herantreten,
dann begleite ich diese. Von der Idee bis zur Publikation. Oder ich suche aktiv nach Lücken und
interessanten Projekten, die sich umsetzen lassen.
Ich bin Schnittstelle zwischen den Expert:innen draußen und dem Verlag innen. Wie ein Servicepoint.
Ich bin aber auch Qualitätskontrolle.

Mascha: Wenn du jetzt gerade gemeint hast, dass du auch nach Nischen suchst. Gibt es da etwas das
du aktuell schon verfolgst?

Annette: Manche Ideen sind vielleicht zu vertraulich. Aber wir beide haben uns ja in Taiwan auf der
Konferenz getroffen und dort habe ich ganz spannende Themen im Bereich Exotenmedizin gefunden.
Wo man eventuell diagnostisch was machen könnte. Aber auch zu Klimaveränderung,
lebensmittelliefernden Tiere und Alternativen zu Fleisch, Impfstoffentwicklung. Also ganz aktuelle
Themen. Es kann wirklich alles sein.

Mascha: Würdest du sagen, dass das eine Jahr Studium der Medienwissenschaft vor der Tiermedizin
sich ausgezahlt hat? Das du dort etwas mitnehmen konntest was dir später geholfen hat?

Annette: Vielleicht nicht wirklich inhaltlich. Aber da ich mich für die Richtung interessiert habe, hatte
ich auch Praktika in dem Bereich gemacht und z.B. in einer Lokalzeitung gearbeitet. Ebenso auch in
einer Werbeagentur. Sprich verschiedene journalistische Praktika gemacht habe. Die haben mir
vielleicht eher geholfen. Weil ich dann auch z.B. in meinem Bewerbungsverfahren für den
Springerverlag eine Leseprobe hatte.

Mascha: Was würdest du sagen ist aktuell der spannendste Teil deiner Arbeit beim Springerverlag?

Annette: Ganz generell mit so unterschiedlichen Leuten zu arbeiten. Wen man von extern alles
treffen und sprechen kann. Aber auch intern, die ganzen Abteilungen, die wir haben. Oder auch mal
eine schwierige Unterhaltung zu haben und zu meistern. Also im Grunde das Portfolio an Menschen
kennen zu lernen. Und auch die Diversität der Produkte. Man kann ja beispielsweise einen Atlas mit
ganz vielen Bildern realisieren oder ein Textbuch mit Videos oder digitale Lernkarten. Auch das man
kreativ sein kann, wenn man den Titel oder das Cover mitgestaltet. Genauso spannend sind auch die
Dienstreisen und dass man sich auf Konferenzen fortbilden kann und am Ball bleibt.

Mascha: Du hast dich jetzt schon ein paar Jahre in der Tiermedizin-Bubble aufgehalten. Gibt es
etwas, wo aus deiner Sicht, die Tiermediziner:innenschaft etwas ändern sollte?

Annette: Wenn ich ans Studium denke, dann fällt mir der Praxisanteil an. Ich hatte z.B. ganz spät im
Studium einen eigenen Patienten mit echten Besitzern, für die ich zuständig war. Eine Freundin war
mal in Schweden oder Finnland, wo das deutlich anders gehandhabt wurde. Da haben die
Studierenden das viel früher gemacht. Also wünsche ich mir, dass mehr erlaubt wird. Mehr
Praxiseinblick ermöglicht wird, sodass man mehr praktisch kann, wenn man fertig ist.
Was noch? Transparenz, Offenheit, Teilen.
Im Studium fand ich spannend: wir hatten eine kurze Reihe zu möglichen Berufsfeldern. Ich weiß
nicht, ob andere Einrichtungen so etwas auch anbieten. Ich fand das damals toll und auch noch
weiter ausbaufähig. Zumindest fürs Studium sind das so meine Ideen.
Für die Tierärzteschaft weiß ich es nicht genau. Ich finde es einfach spannend, dass meine Freunde,
mit denen ich studiert habe alle etwas anderes machen und das ist sehr bereichernd. Einer ist in der
Versuchstierkunde, eine ist in der Praxis, egal ob Klein oder Groß. Wir machen alle etwas anderes.

Mascha: Okay, so langsam kommen wir dem Ende zu. Meine allerletzte Frage wäre noch, was für dich
für die 2. Hälfte des Jahres ansteht.

Annette: Eine spannende Konferenz steht tatsächlich an. Da geht es um „animal production“ in
Frankreich, in Lyon Ende August. Dort werde ich keinen Stand haben, sondern als richtige
Teilnehmerin unterwegs sein und Leute treffen. Aber mir auch ganz viel anhören – darauf freue ich
mich. Vom Fisch zur Biene, von der Kuh und Alternativen. Das finde ich sehr spannend.
Dann sind wir eingeladen worden vom Team eines Retailers (Einzelhandel) – eine
Wiederverkaufsplatform – bei einem Marketing-Webinar mitzumachen. Unsere Bücher gibt es ja
nicht nur bei uns, sondern auch auf anderen Platformen. Wir dürfen dort ein bisschen von unserem
Programm erzählen. Das Ende des Jahres wird spannend – ähnlich wie das hier wird es ein Interview
geben. Dann aber live und Teilnehmende können Fragen stellen. Das sind alles Dinge, auf die ich mich
freue!

Mascha: Schön! Das hört sich toll an. Ich bin gespannt, wo wir uns nochmal begegnen werden. Es hat
mich sehr gefreut jetzt nochmal mehr im Detail zu hören wie deine Karriere verlaufen ist und ich bin
sehr gespannt zu sehen wie lange du beim Springerverlag bleibst oder irgendwann eine neue
Entscheidung triffst und eine neue Tür für dich aufgehen wird.

Annette: Ja, Danke auch dir für das Interview. Ich hoffe es ist hilfreich für irgendjemanden, der
Inspiration oder Ideen finden kann. Danke für die Einladung!

Kategorie: What has happened

Mitgliederversammlung in München

LiveEV in Badbergen

VUK-bvvd Kliniktage

DVG Tierschutztagung
Kategorie: What has happened

26. Mitgliederversammlung des bvvd in München

Am Wochenende vom 23.-25. Juni 2023 fand die 26. Mitgliederversammlung des bvvd in München statt.

Am Freitag ging es los mit einem netten Get-together am Innenstadtcampus der tierärztlichen Fakultät. Es wurde gegrillt und nach und nach kamen alle angemeldeten Mitglieder der verschiedenen Standorte in München an. Beim Essen wurde sich ausgetauscht und kennengelernt. Im Laufe des Abends entwickelte sich dann eine kleine Party und es gab unter anderem auch ein paar Matrikeltänze aus Leipzig zu sehen.

Am Samstag gab es Frühstück in der Jugendherberge und man fuhr gemeinsam wieder an den Campus, um pünktlich um 9:30 Uhr mit dem ersten Sitzungsblock zu starten. Am Vormittag wurden verschiedene aktuelle Themen des Verbandes besprochen und vorgestellt. Außerdem wurde der erweiterte Vorstand gewählt. Hierbei hatten wir dieses Jahr viele neue Posten zu besetzten und sind sehr, froh, dass sich so viele engagierte Menschen gemeldet haben und wir nun mit einem frischen eV in das neue Verbandsjahr starten können!

Vor den Wahlen hatten wir dieses Mal ein „AG-Café“, bei welchem sich die jeweiligen Leiter:innen der Arbeitsgruppen vorgestellt haben und man sich bei Interesse bei Kaffee und Kuchen mit ihnen unterhalten konnte. Das AG-Café kam sehr gut bei allen Teilnehmenden an und wurde im Nachhinein sehr gelobt.

Nach dem Mittagessen, ging es mit einem spannenden Vortrag zum Thema „Kann man Bienen impfen?“ von Herrn Prof. Fux aus München, weiter. Danach stellte uns der TVD interessantes Neues vor. Vielen lieben Dank auch an dieser Stelle noch mal an alle Vortragenden des Wochenendes!

Am Nachmittag folgte dann ein weiterer Sitzungsblock.

Nach dem sehr leckeren Abendessen fand für Interessierte zum Thema „Rassismus“ eine Diskussionsrunde in einem der Hörsäle statt. Dafür fanden sich viele der anwesenden Mitglieder ein und es wurde sich angeregt ausgetauscht. Anschließend wurde der Abend gemütlich zusammen verbracht.

Am Sonntagmorgen ging es direkt wieder mit einer Sitzung los und darauf folge ein äußerst spannender und interessanter Vortrag zum Thema „Waldrappe“ einer Waldrapp-Ziehmama.

Nach weiteren organisatorischen Themen wurde die Sitzung beendet und der erweiterte Vorstand fand sich zusammen, um das vergangene Wochenende Revue passieren zu lassen. Insgesamt war das Feedback sehr positiv und wir hatten alle ein sehr schönes und produktives Wochenende.

Zum Abschluss gab es noch ein Weißwurstmittagessen, bevor sich alle wieder auf den Heimweg begeben haben.

Bei bestem Wetter durften wir alle ein spannendes, abwechslungsreiches, interessantes und kurzweiliges Wochenende zusammen in München verbringen.

Artikel von Ciara Malchin (Leiterin der AG Presse & Öffentlichkeitsarbeit)

Kategorie: What has happened

Bericht liveEV 

Live- Treffen des erweiterten Vorstandes 

Am ersten Maiwochenende 2023 ist der erweiterte Vorstand des bvvd e.V. im schönen Badbergen zusammengekommen, um die vergangene und zukünftige Verbandsarbeit gemeinsam live besprechen zu können.  

Die Unterkunft für das Tagungswochenende waren tolle Ferienwohnungen, die uns von unserem Kooperationspartner Tierbestattung Rosengarten bereitgestellt wurden. 

 

Im Laufe des Freitagnachmittags trafen die Mitglieder des Vorstandes aus den verschiedenen Standorten ein. Nachdem die Zimmer bezogen wurden, hieß es Grill anschmeißen, für ein gemeinsames Abendessen mit lockeren lustigen Gesprächen, gefolgt von aktiven und gemütlichen Gesellschaftsspielen. 

Am Samstagmorgen ging es nach einem ausgedehnten Frühstück in den Sitzungsraum. Zwischen den Sitzungsblöcken wurden wir mit belegten Brötchen und leckerem Kuchen versorgt. Diese konnten wir glücklicherweise draußen im Garten genießen, da das sonnige Wetter dies anbot. 

Am frühen Abend haben wir den letzten Sitzungsblock erfolgreich abgeschlossen.  

Die frei verfügbare Zeit bis zum Abendessen wurde durch Joggen, Vikingerschach spielen oder einfach Entspannen individuell genutzt. Zu unserer Überraschung bestand das Abendessen aus einem ausgezeichnetem Catering-Menü, welches ebenfalls durch Rosengarten gesponsert wurde. 

Den Abend haben wir „pappsatt“ und zufrieden mit weiteren Spielen, Gesprächen und viel Spaß zusammen ausklingen lassen. 

Nach dem Sonntagsfrühstück ging das Sitzungsprogramm um 9 Uhr weiter. Wir haben uns in Kleingruppen aufgeteilt, um gezielt an eigenen Projekten weiterarbeiten zu können und auch Themen, die alle betreffen, detaillierter auszuarbeiten. Die Fortschritte und Ergebnisse wurden im Anschluss vorgestellt. 

Als letzten Programmpunkt an unserem Wochenende stand eine Führung durch das Pferdekrematorium von Rosengarten an. Uns wurde sehr viel über das Konzept und die Arbeit dort erklärt; wir waren alle interessiert und fasziniert! 

Leider neigte sich die liveEV dann auch schon dem Ende zu. Als wir von der Führung zurückkamen, gab es eine Feedback- Runde zum Wochenende, dann wurde noch aufgeräumt und sich verabschiedet. 

Insgesamt hatten wir alle wieder eine tolle Zeit miteinander! Es ist schön zu sehen, wie viele Studierende sich ehrenamtlich engagieren und an so vielen verschiedenen Projekten arbeiten. Es macht immer wieder großen Spaß, solch ein produktives Wochenende zusammen zu verbringen! 

Besonders unterhaltsam war unsere vierbeinige Begleitung, die uns jederzeit auf Trab gehalten hat.

Artikel von Janne Mudra (Standortvertretung Hannover) 

Kategorie: What has happened

DVG Tagung – Als Student unter Experten

Wie kann man sich als Student plötzlich auf der DVG Tagung für Tierschutz wiederfinden?

Da gibt es zwei Wege, entweder als Teilnehmer des Wahlpflichtfaches an der LMU München, oder als Mitglied der Tierschutz AG des BVVD an einem der fünf Universitäts Standorten.

An dieser Stelle vielen Dank für diese wunderbare Erfahrung. Wir haben diese Tagung aufmerksam verfolgt und durften voll neuer Eindrücke und Ansichten in unseren Alltag zurückkehren.

 

Der Titel der diesjährigen Tagung war mit „Wo (k)ein Kläger, da kein Richter“ sehr provokant gewählt.

Entsprechend groß also der Raum für Diskussionen und Differenzen. So dauerte es auch nicht lange bis der Tagungsraum, der Audimax der LMU, bis unter die Decke von angeregten Diskussionen erfüllt wurde.

Tierärzte als berufene Schützer der Tiere sollten doch alle auf einer Seite stehen, könnte man meinen. Jedoch sieht die Realität in unserer diversen Gesellschaft etwas anders aus und so finden sich die berufenen Schützer der Tiere des Öfteren auf gegensätzlichen Seiten einer Diskussion wieder.

Und dann gab es zudem noch die Tagungsteilnehmer anderer Profession, welche den Diskurs mit ihren Standpunkten und Ansichten weiter bereichern konnten.

So fanden wir Studenten uns in einer explosiven Mischung aus Professionen und Ansichten wieder, welche unseren Horizont mit einem Feuerwerk an Meinungen und Kommentaren erweitert haben. Auch konnten wir durch die Tagung einen Ausblick auf die Chancen und Herausforderungen im Tierschutz in der Praxis erhaschen, eine sehr willkommene Abwechslung vom Vorlesungs- und prüfungsgeprägten Studentenalltag.

 

Über all dem positiven Diskurs schwebte allerdings immer wieder die Gewitterwolke der Schuldzuweisung.

Fakt ist, bei Tierschutzverstößen herrscht in Deutschland ein Verfolgungsdefizit.

Doch was oder wer ist dafür verantwortlich?!

Sind es die praktizierenden Tierärzte, die Tierärzte auf den Schlachthöfen, die Veterinärämter oder am Ende doch die juristische Verfolgung von angezeigten Tierschutzverstößen?

Im Diskurs war keine Antwort auf diese Schuldfrage zu finden.

Natürlich ist es wichtig, diese Frage zu stellen. Doch mir als einfacher Studentin scheint, als Antwort auf diese Frage, die Schuld gleichermaßen bei jedem Einzelnen, als auch bei allen gemeinsam zu liegen.

So liegt es wohl an jedem einzelnen das Richtige zu tun, gleichermaßen aber auch bei allen gemeinsam das Problem anzugehen.

Wenn wir alle Hand in Hand arbeiten, lässt sich das Problem angehen und die Situation für die Tiere merklich verbessern. Da gibt es so viele Punkte an denen man ansetzen sollte: Verbesserungen in der Haltung von Nutztieren ebenso wie von Haustieren, Tierschutz konforme Schlachtung, striktere Verfolgung von Tierschutzverstößen, Rassen mit Qualzuchtmerkmalen vermindern, Tierleid in Social media vermeiden.

Information und Zusammenarbeit erscheinen mir essentiell, um diese Themen anzugehen und eine Veränderung für die Tiere zu bewirken. Als Tierärzteschaft, als berufene Schützer der Tiere.

Wenn wir alle Hand in Hand arbeiten, lassen sich all diese Themen angehen und noch mehr.

Die DVG Tierschutztagung hat in mir das Verlangen geweckt, Teil einer Tierärzteschaft zu sein, die vernetzt ist mit anderen Professionen und trotz Differenzen sich zum Wohl der Tiere auf eine Seite stellt.

Kategorie: What has happened

Die VUK-bvvd-Kliniktage gehen in die zweite Runde

Nach dem vollen Erfolg im vergangenen Jahr gingen die VUK-bvvd-Kliniktage in diesem Sommer in ihre Neuauflage.

Von Juni bis Juli haben 13 liniken und Tiergesundheitszentren des VUK

(Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken) deutschlandweit ihre Türen und Tore für 18 studentische Praxis-Sessions geöffnet. Dadurch hatten 210 Studierende die Chance tiermedizinische Praxis kennenzulernen und Einblick in die Abläufe vor Ort zu gewinnen. An vier Wochenenden gab es Kurse zu den verschiedensten Themen. Innerhalb von Stunden war die Hälfte der zu vergebenden Plätze ausgebucht, 305 Studierende haben sich über die Website des bvvd e.V. angemeldet, sodass mit Wartelisten gearbeitet werden musste.

Drei bis vier Tierärzt:innen gewährleisteten eine individuelle Betreuung jedes Kliniktages, häufig haben sich die Klinikinhaber:innen eingebracht. So blieben keine Fragen offen und die Studierenden konnten viele praktische Erfahrungen und Eindrücke mitnehmen.

Die Vielfalt an Themen war riesig vom Nahtkurs über Punktionsübungen, praktische Sonographie, Osteosynthese, MRT, CT, Anästhesie beim Kleintier, Zahnheilkunde bis hin zu Augenheilkunde und Aufarbeitung von neurologischen Fällen. Es war wörtlich von Kopf bis Fuß für jeden Teilnehmenden was dabei.

In jedem Kurs konnte je nach Thematik an echten Patienten, Kadavern oder Modellen praktisch gearbeitet und geübt werden. Folgende Kliniken des VUK haben sich engagiert: Tierklinik Posthausen, Tierklinik Lüneburg, Tierklinik Düsseldorf, Tierklinik Ismaning, Tierklinik Rostock, Tiergesundheitszentrum Northeim, Tiergesundheitszentrum Grußendorf, Tierklinik Oberhaching, Tierklinik Nürnberg (Hafen), Klinik für Kleintiere Sottrum, Kleintierklinik Frankenthal, Kleintierklinik Frank und Tierklinik Germersheim.

Neben der praktischen Ausbildung wurden Kontakte geknüpft und die Kliniken besichtigt.

Abgerundet wurden die Tage mit einem gemeinsamen Abendessen, hier hatte man die Möglichkeit den Tag Revue passieren zulassen und auf die ein oder andere Frage nochmal tiefer einzugehen.

Die vom bvvd erstellte Evaluation zeigt, dass die Kliniktage bei sehr vielen Teilnehmenden super ankommen. Die Kliniktage bieten den Studierenden eine sehr gute Möglichkeit, einen Einblick in die hohe Professionalität und die innovative Tiermedizin der inhabergeführten Kliniken in Deutschland zu bekommen.

Viele Studierende sprachen von einem Motivationsschub, den man durch den studentischen Kliniktag bekommen hat, sich auch nach dem Studium in die Richtung „Kliniken“ zu orientieren. Auch die Kliniken begrüßen den Austausch mit Studierenden und sind gerne ihr „Gastgeber“. Es sei besonders wichtig, dass die Studierenden weiterhin motiviert sind, auch praktisch tätig zu sein.

Aufgrund der positiven Resonanz, seitens der Studierenden und den Kliniken, sollen die Kliniktage im nächsten Jahr in die dritte Runde gehen. Der VUK und der bvvd haben sich bereits erneut getroffen, um die Planung zu besprechen.

Der bvvd bedankt sich im Namen aller Teilnehmer:innen bei den VUK-Kliniken und               -Tiergesundheitszentren für die erfolgreichen Kliniktage.

 

Der VUK:

Der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) vertritt die Interessen von privaten und inhabergeführten Kleintierkliniken, Tiergesundheitszentren und auf Klinikniveau arbeitenden Kleintierpraxen. Er versteht sich als Arbeitgeberverbund und entwickelt Strategien und Lösungen für die Zukunftsfähigkeit seiner Mitglieder. Im Mittelpunkt der Arbeit des VUK stehen das Wohl und die Stärkung des tierärztlichen Berufsstandes, Impulse für die innovative Tiermedizin, die Aufwertung des Arbeitgeberimages und die gezielte Förderung der angestellten TierärztInnen, der Tiermedizinischen Fachangestellten und der Studierenden in einem starken bundesweiten Netzwerk. Jedes Mitglied im VUK behält seine Individualität und seine Selbständigkeit.

Kategorie: Kuhlumne

Herzenssache

Pick me!

How to Bergfest
Kategorie: Kuhlumne

Herzenssache

Ich habe dieses Studium begonnen um zu helfen, die Welt ein wenig zu verbessern – zumindest für die Tiere und ihre Besitzer. Doch jetzt stehe ich vor den Prüfungen im 8. Semester und frage mich manchmal, was ich hier tue. Ich fühle mich, als könnte ich nichts – der ganze Stoff geht nur noch schwergängig in meinen Kopf und ab und an schleicht sich die böse Frage in meinen Kopf: „werde ich mal eine gute Tierärztin?“

Im Endeffekt liegt es doch an mir. Jedoch regen sich da zusätzlich auch noch Zweifel an meiner Kompetenz, es gibt so viele andere, die es sicher besser können. Diese ständigen Vergleiche, mitunter auf Social Media sieht man all diese Studierenden, die es schaffen neben ihrem Studium noch ein aufregendes und doch so produktives Leben zu führen. Allerdings muss ich mir wohl vergegenwärtigen, dass das nur die schönen Seiten des Lebens sind, die dort meist preisgegeben werden.

Und dann das PJ, es steht kurz bevor, jeder freut sich drauf, ENDLICH Praxis!

Und trotzdem blitzen etliche Zweifel in meinem Kopf auf. Habe ich die richtigen Praxen und Kliniken gewählt, um möglichst viel zu lernen? Was, wenn dieses 8-wöchige Praktikum in der renommierten Klinik mit dem etwas schwierigen Chef keine gute Idee ist? Soll ich das doch lieber absagen und eine andere Praktikumsstelle annehmen?

Aber, wird am Ende nicht doch alles gut? Wenn mir das Praktikum nicht gefällt, kann ich es doch abbrechen, es wird sich sicherlich auch kurzfristig eine neue Stelle finden lassen. Auch wenn das blöd ist, werde ich daraus lernen, meine Bedürfnisse zu kommunizieren – das ist doch auch ein Fortschritt.

Das Leben ist nicht kacke. Auch wenn es einem manchmal so vorkommt, wenn man hinter den Büchern- und Karteikartenbergen versinkt, und das Gefühl hat man steckt ewig hier fest. Im nächsten Moment sitzt man dann mit seinen Freunden am Meer und realisiert, dass man doch seine Erwartungen übertroffen hat und seinen Träumen wieder einen Schritt nähergekommen ist.

Dann wird einem wieder bewusst, wie schön das Leben ist!

Verzweifelt nicht an den Prüfungen, an der Frage, ob aus uns gute Tierärzt:innen werden und ob das alles machbar ist – denn wir haben es nicht ohne Grund alle schon so weit geschafft. 

Seid nett zueinander 😊

Kategorie: Kuhlumne

Matrikel-Tiere, Flashmobs und Mottotage – Wie man
andernorts Bergfest und 8er-Woche feiert

Von Sarah Heynen

Das Semester neigt sich an allen deutschen
Hochschulstandorten für Tiermedizin dem
Ende. Damit endet nicht nur ein weiteres
Semester in dem gepaukt wurde, sondern
insbesondere auch ein weiteres
Sommersemester. Das Sommersemester ist
an jedem Standort auf seine ganz eigene
Weise berüchtigt ist, für die unvergesslichen
traditionellen Feiern zu Ehren ihres sechsten
bzw. achten Semesters.
Damit die Melancholie über kürzlich
vergangene Feste gar nicht erst unerträglich
groß wird, möchten wir euch heute schon auf
das nächste Jahr einstimmen. Wir
präsentieren euch einen (stark verkürzten!
Bitte seht es uns nach liebe Bergfest- und
8er-Wochen-Hardcore-Fans!) Überblick über
Traditionen der Vetis des Nordens, Südens,
Ostens und nicht zuletzt der Landesmitte

 

Bergfest? 8er-Was?!

Hey Ersti, hey Feier-Neuling, auch dich wollen wir natürlich abholen an dem Punkt, an dem du
dich bisher befindest. Daher folgt nun eine kleine Einführung in die Nomenklatur der vielleicht
wichtigsten Events im Laufe eines Tiermedizin-Studiums, zwei ganz besondere Gründe zu feiern,
die es in anderen Studiengängen so meist nicht auf die Agenda der Studierendenschaft schaffen:
Im 6. Semester ist die Hälfte der Studienzeit geschafft. Es ist Bergfest! Ein Anlass der an allen
deutschen Hochschulstandorten für Tiermedizin genutzt wird, um sich als Semester einmal
ordentlich auf die Schulter zu klopfen. Bis hierher haben es alle gemeinsam geschafft, unter
Schweiß und Tränen (für viele wömöglich nicht nur sprichwörtlich) und das bedeutet einen
weiteren guten Grund, stolz auf sich selbst zu sein!
Nach dem 8. Semester geht es für die innerdeutschen VetMed-Studis ins praktische Jahr – und
damit endet das letzte Semester, indem Vorlesungen an den Unis stattfinden und alle
Studierenden den weitestgehend selben alltäglichen Weg gehen. Ein Abschnitt endet und ein
neuer beginnt! Dies ist bisher nur in Berlin und Hannover ein Grund die 8er-Woche zu feiern.
Aber wer weiß, vielleicht kommen ja auch noch München, Gießen und Leipzig auf den
Geschmack?
Gemeinsam haben beide Veranstaltungen, dass sie durch die Semester selbst organisiert werden
und meist über mehrere Tage einfallsreiches Programm für die gesamte Studierendenschaft der
jeweiligen Fakultät bieten. Mit freundlicher Unterstützung der jeweiligen Universität finden die
meisten Teile der Veranstaltungen auf dem Campus selbst statt und auch Profs und Alumnis
lassen sich an dem einen oder anderen Standort bei den Events gerne mal sehen. In den letzten
Jahren etablierte sich v.a. semestereigene Instagram-Kanäle um alle Studis über etwaige
Planungen auf dem Laufenden zu halten, also falls du da noch nicht vorbeigeschaut hast: worauf
wartest du? 😉

 

Party Hauptstadt-Veti-Style

Grobe Daten:
– Ende Mai: Bergfest
– Letzte Vorlesungswoche Juli: 8er-Woche
Ein altbewährtes Rezept kommt bei den berliner Vetis für beide Anlässe zum Einsatz. Hier feiert
man am Campus ab Nachmittags mit guter Musik bis in den späten Abend hinein. Besonderes
Highlight: Der Auftritt der Band „Fuzzphase“ des Physio Profs, die der Menge jährlich gut einheizt!
Zusätzlich ist für die sportliche Betätigung der Studis in beiden Wochen gesorgt. Es finden
Flunkyball- und Bierpongturniere statt, zu denen sich Studierende aus allen Semestern anmelden
können. Bei einer Tombola werden darüber hinaus die Chancen auf interessante Gewinne
verkauft.
Besonderheit: In der 8er-Woche werden hier Kostüme getragen, ganz ähnlich der vielen von uns
bekannten Mottowochen im Abitur!

 

München feiert zünftig-traditionell

Grobe Daten:
– Bergfest: ca. ab Mitte des Sommersemesters
Auch in München hat man den Bogen nach vielen Jahren der Übung raus und folgt einem
ausgereiften traditionsreichen Plan. In einer vollen Woche dürfen auch im Süden sportliche Events
wie ein Bierkastenlauf, 2-Felderball-Turnier und Bierpong nicht fehlen. München lässt aber auch
schon mal ein wenig (alkoholfreie) Pause beim Bücherbasar in der Wochenmitte zu, damit sich am
Donnerstag wieder alle Studis gestärkt zur traditionellen Bergfestparty einfinden können.
Auf gar keinen Fall fehlen darf bei einem Bergfest in München aber die jährliche Wanderung zum
Kloster Andechs. Die Strecke führt die Studierenden aus dem 6. Semester über ca. 4 km und bis
zu 130 Höhenmetern zu einem „Festmahl und Trunk“ zum Ausklang einer ereignisreichen Woche.
Besonderheit: An diesem Standort ist auch besonders die Finanzierung der Semesterkasse
hervorzuheben. Durch die Einnahmen der alle zwei Wochen stattfindenden Partys im
campuseigenen Studierenden-Club „KaBu“ speist sich unter anderem das Budget des Semesters
für Veranstaltungen!

 

Gießen ist mehr als ok!

Grobe Daten:
– Bergfest: ca. ab Mitte des Sommersemesters
Im schönen Hessen weiß man zu altbewährten
Plänen auch neue Elemente hinzuzufügen. Neben
ähnlichen bereits etablierten Tagesordnungspunkten
wie bereits am Beispiel von München und Berlin
erläutert, wurde dieses Jahr zum ersten Mal ein
Wanderpokal eingeführt, der nun unter den folgenden
Semestern weitergegeben werden wird.
Charakteristisch für Gießens Bergfestwoche ist
darüber hinaus die musikalische Untermalung: So
unterstützen die Profs am DJ-Pult und die
Semesterband gibt ihr Könenn zum Besten. Von 16 –
23 Uhr ist in der Bergfestwoche meist Programm auf
dem Campus, eine Aftershow-Party findet in der
sogenannten „Zwiwwel“, einer Musikkneipe in Gießen
statt.
Besonderheit: Das sechste Semester wählt sich ein Masskottchen – welches bei der
Abschlussvorlesung durch das 8. Semester entführt wird – Eine rasante Befreiung des
Maskottchens inklusive.

 

Doppelt hält in Hannover besser

Grobe Daten:
– Bergfest: ca. ab Mitte des Sommersemesters
– 8er-Woche: ca. ab Mitte des Sommersemesters
An jeweils 3 – 4 Tagen der entsprechenden Veranstaltungsreihe feiern die Studis in Hannover am
Campus auf der sogenannten Bergfestwiese. Hier stehen ebenso wie an den anderen Standorten
(Trinkspiel-)Wettbewerbe und Tanz ins Haus. Bei „My Prof is my DJ“ legt oft eine ganze HandballMannschaft an Profs direkt auf dem Campus auf.
Seit einiger Zeit hat sich auch Hannover von einem bestimmten Standort inspirieren lassen und
kührt seither jeweils ein Matrikel-Tier, dass mit passendem Spruch die Shirts der Studierenden
des entsprechenden Semesters schmückt.
Besonderheit: Seit neustem haben ehrenamtliche Studierendengruppen und Sponsoren des
Bergfests an einem Nachmittag die Möglichkeit, sich mit einem Stand und vielen
unterschiedlichen Aktionen am Programm der Veranstaltungsreihe zu beteiligen!

 

Der Tradition Urgroßvater: Leipzig

Leipzigs Bergfest-Woche, davon haben viele schon einmal wie von einer Legende gehört. Um
euch diesen Mythos ein wenig näher zu bringen, wird euch ein waschechter Leipziger Studi, Lutz,
MEC in Leipzig, nun davon erzählen. Seid gespannt:

Jedes Jahr, meistens Anfang Juni, ist am Leipziger Veti-Campus Ausnahmezustand. Denn es ist
Bergfest – und dass fast eine Woche lang. Das Bergfest ist in Leipzig seht tief verwurzelt. Seit den
90er Jahren wurde es sehr genau dokumentiert, die Tradition reicht allerdings deutlich weiter
zurück. Über die Jahre wurde so Manches fester Bestandteil eines gelungenen Bergfestes.
Das jeweilige 6. Semester beginnt mit der Planung für ihr Bergfest bereits zu Beginn des 5.
Semesters. Die erste Entscheidung ist immer die Wahl eines Matrikeltieres und eines Mottos. Das
bleibt aber bis zu einer großen Enthüllung in der eigentlichen Bergfestwoche für den Rest der Welt
ein großes Geheimnis. Alle im Matrikel sind bis dahin alle als Einhörner bekannt. Damit bereits im
Vorfeld Geld in die Matrikelkasse gespült wird, werden das ganze Planungsjahr über
Kuchenverkäufe, ein Weihnachtsabend und natürlich die legendären Mensapartys veranstaltet.
Mit dem gewählten Matrikeltier wird nun auch ein Logo
entworfen. Damit kann sich auch ein Team an die Bestellung
von Klamotten und anderen Merch-Artikeln für das Matrikel
und einen späteren Verkauf machen. Es wird eine Zeitung
entworfen, ähnlich einer Abizeitung, die neben Steckbriefen
auch viele Momente des bisherigen Studiums beinhaltet. Es
entsteht ein immer wieder sehr beliebter Kalender, bei dem
sich Studierende von einer etwas anderen Seite zeigen.
Außerdem werden ein Maskottchen-Kostüm und eine Flagge
gebastelt, die ab dem Bergfest auf keiner Veranstaltung fehlen
dürfen.
Es bildet sich ein Frauenchor aus einigen Singbegeisterten, aber auch die Männer schließen sich
für diese Tradition zusammen. Einzeln oder gemeinsam im Duett singen sie dann eigens
umgetextete Lieder. Die Texte angepasst u.a. an Institute, Kliniken oder Lehrende. Zusätzlich gibt
es ein selbstkomponiertes Matrikellied, dass auch auf Besonderheiten des gewählten Tieres
eingeht. Es findet sich ein Matrikelband zusammen, die gemeinsam einige Songs proben. Vom
gesamten Matrikel wird ein Matrikelsong gewählt, zu dem ein Tanz choreographiert wird. Von allen
einstudiert wird er auch Jahre später auf Mensapartys oder am Bergfest noch getanzt. In den
letzten Jahren verloren gegangen ist leider der Bergfestfilm, dieses Jahr wird es aber wieder Einen
geben – produktionsbedingt mit etwas Verspätung.
Dann ist also nach langer Vorbereitung endlich die ersehnte Woche gekommen. Grob folgt sie
einem traditionellen Plan, genauestens wurde jeder einzelne Tag von einem eigenen Team
vorbereitet.
Dienstagabend ist die erste große Party auf dem Campus. Das große Highlight um Mitternacht
findet dann die große Enthüllung statt. Während der ersten Aufführung des Matrikeltanzes wird
feierlich das Maskottchen enthüllt, alle entledigen sich ihrer Laborkittel und tragen stolz ein Shirt
mit ihrem Matrikellogo darauf. Eins sollte hier mal erwähnt werden, auf jeder Veti-Party in Leipzig
werden um Mitternacht die Matrikelsongs gespielt und die entsprechenden Tänze aufgeführt. Also
nicht des aktuellen Matrikels, sondern auch die der letzten Jahre.
Vormittags werden von Mittwoch bis Freitag die Institute und Kliniken gestürmt. Auch Dekanat,
Mensa und Bib bleiben nicht verschont. Dabei werden die entsprechenden Lieder gesungen, auf
Wunsch der Matrikeltanz aufgeführt und sich bei den Lehrenden mit entsprechenden Geschenken
bedankt.
Mittwoch- und Donnerstag finden ein Volleyball- bzw. Fußballturnier statt. Hier können Teams aus
allen Matrikeln antreten.
Mittwochabend findet dann eine Mottoparty statt. Dieses wird jedes Jahr frei gewählt. Dieses Jahr
ging es beispielsweise nach Hawaii.
Donnerstagabend wird außerhalb des Camus gefeiert. Unsere zwei eigenen Studentenclubs laden
dazu herzlich ein. Von der Schwemme in Campusnähe begibt man sich gemeinsam in Richtung
unseres TV-Clubs. Dabei wird ein Zwischenhalt am Hauptbahnhof eingelegt. Mit einem Flashmob
werden die Matrikeltänze geboten, aber auch das bekannte Leipzig, Leipzig (Org.: Moskau,
Moskau) darf nicht fehlen.
Freitagnachmittag finden dann am Campus die Klinikspiele statt. Hier treten Institute und Kliniken
gegeneinander an. Getreu dem Motto „wer mitmacht hat eh schon gewonnen“ wird aber auch den
Zuschauern eine Show geboten.
Freitagabend ist Bandabend. Matrikelbands der vergangenen Jahre spielen eine Auswahl aus
ihrem Repertoire. Der Hauptakt, die Band des Bergfestmatrikels, wird gefeiert wie echte
Rockstars.
Samstagvormittag wird immer die Sommerakademie veranstaltet. Gerade für Sponsoren
interessant, sind neben Werbeständen auch spannende Vorträge geplant. Rund um Themen die
Studierende interessieren, wird im Vorfeld auch versucht sich am Matrikeltier zu orientieren. Hierfür
werden verschieden Fachleute angefragt.
Samstagabend ist dann der Abschluss der Bergfestwoche auf dem Campus. Auf einer letzten
Party legen ganz besondere DJs auf. Professor:innen, Dozent:innen oder Tierärzt:innen der
Kliniken und Institute leben, wenn auch nur kurz, ihren inneren DJ aus. Vermutlich noch vor dem
Enthüllungsabend wird dieser „My Prof is my DJ“-Abend am besten besucht. Absolventen reisen
aus ganz Deutschland an, um zumindest einen Abend wieder Bergfestluft zu schnuppern.
Der offizielle Abschluss des Bergfestes bildet allerdings der Bergfestball, nur wenige Wochen nach
der Bergfestwoche. In atemberaubender Atmosphäre, eloquenten Redner und mit köstlichem
Buffet bietet der Abend ein festliches Ende. Natürlich dürfen auch hier Chöre, Tanz und Band nicht
fehlen.
Ich hoffe ich konnte mit diesem doch etwas längeren Text das Bergfest in Leipzig beschreiben und
ihm annähernd gerecht werden. Eine so große Tradition, aus so vielen kleinen und großen Dingen,
die so viel Herzblut verlangt. Und trotzdem jedem Leipziger Veti so fest in Gedanken bleibt. So tief
verwurzelt, dass man auch nach Jahren noch daran erinnert. Sich als sein Matrikeltier identifiziert
und in Erinnerungen schwelgt. Ich freue mich schon darauf.

Lutz / Ein Chamäleon
Matrikel 20, diesjähriges Bergfestmatrikel

 

Na, neugierig? Komm vorbei!

Sei herzlich willkommen an den verschiedenen Standorten, wenn du nun gerne mal dort mitfeiern
möchtest. Und wenn du vor der nächsten Saison im kommenden Jahr schon mal ein paar nette
Menschen aus den anderen Standorten kennenlernen möchtest, haben wir einen Geheimtipp:
komm zur MV des bvvd im November 2023! Alle weiteren Infos dazu erhältst du in den
kommenden Monaten auf unserer Homepage hier und über deinen E-Mail-Verteiler. Na dann, bis
bald, stimmts? 😉